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+++verschoben+++ Demonstration auf der Autobahn für eine echte Verkehrswende

+++ Update 28. Januar 2022: Die Aktion wird witterungsbedingt verschoben +++

Am 30. Januar 2022 auch wieder auf der A20 bei Tribsees:

Gefordert wird ein Stopp der Kriminalisierung von Klima-Protesten über und auf Autobahnen sowie eine sofortige, echte Verkehrswende – bundesweit und auch regional in Meck-Vorp.

Meinungskundgabe in luftiger Höhe
Parallel zu anderen Aktionen bundesweit protestiert erneut die Gruppe „Bahnhof Tribsees“ aus Vorpommern gegen den Ausbau von Straßennetzen. Dafür werden sich Aktivist:innen an diesem Sonntag (30. Januar) bei einer Protest- und Kunstaktion mit Spruchbändern über der A20 bei Tribsees (nahe der Baustelle der Trebeltalbrücke) abseilen. Sie fordern eine sofortige Verkehrswende, Schienenausbau in Mecklenburg-Vorpommern und ein Ende der unangemessenen Kriminalisierung ebendieser Aktionsform. Der offizielle Versammlungscharakter soll zeigen, dass Demonstrationen auf und über Autobahnen keine Straftaten darstellen. Die Gruppe nimmt Bezug auf die am 01. Februar 2022 in Frankfurt beginnenden Strafprozesse, bei denen Menschen wegen der Teilnahme an Versammlungen über Autobahnen vor Gericht stehen.

Verkehrswende vor allem in ländlichen Regionen
Die Verkehrswende ist ein notwendiger und längst überfälliger Schritt gegen eine weitere Belastung des Klimas. Dazu muss verstärkt ein Ausbau von Schienennetzen und ein Rückbau des Straßennetzes stattfinden. Gerade hier in Mecklenburg-Vorpommern ist die Abdeckung durch das Schienennetz katastrophal. Ohne Auto ist es kaum möglich, von A nach B zu kommen; Busse fahren zu selten. Viele Orte sind gar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das muss sich ändern! Für eine echte Verkehrswende muss dringend in einen flächendeckenden und gut getakteten ÖPNV investiert werden – ganz besonders in Mecklenburg-Vorpommern. Statt die Verkehrswende voranzutreiben, werden jedoch weiterhin Straßen ausgebaut, Flächen versiegelt und dafür Natur- und Lebensräume zerstört.

Nun vor Gericht: Proteste gegen die „Danni“-Rodung
2020 wurde in Hessen der Dannenröder Wald – ein 300 Jahre alter, gesunder Mischwald in einem Trinkwasserschutzgebiet – für den Weiterbau der A49 gerodet, nur um die Fahrzeit auf der Strecke zwischen Gießen und Kassel um einige Minuten zu verkürzen. Im Zuge dessen gab es in Tribsees und an anderen Orten Abseil-Aktionen über Autobahnen. Einige davon sollen nun ab dem 01.02.22 vor dem Amtsgericht in Frankfurt verhandelt werden. Zahlreiche Jurist:innen sowie verschiede Staatsanwaltschaften sehen in den Abseil-Aktionen jedoch keine Strafbarkeit. Dennoch saßen Ende 2020 mehrere Menschen mehrere Monate in Untersuchungshaft und sollen nun dafür verurteilt werden.

Die Aktivist:innen in Tribsees solidarisieren sich mit den angeklagten Menschen. "Wir zeigen mit der Wiederholung der Abseil-Aktion, dass diese legal ist – sowohl bei uns als auch in Hessen", sagt Noah aus der Aktionsgruppe. "Autobahnen sind Schauplatz von energetisch ineffizienten Güter-Transporten, ungezügelter Raserei, vermeidbarem CO₂-Ausstoß und tödlichen Unfällen und daher auch genau der richtige Ort, um dagegen zu protestieren." Dass die Proteste angemeldet und behördlich gebilligt werden können, zeigt die Reichweite der Versammlungsfreiheit von Artikel 8 im Grundgesetz.

Die Aktionsgruppe ist in den nächsten Tagen und auch vor Ort für Rückfragen ansprechbar:
schriftlich via: Bahnhof-Tribsees [aht] systemausfall.org
genauer Ort: Kreisstraße K9 (Breesener Straße in 18334 Langsdorf
https://www.openstreetmap.org/way/178954564
Zeitraum: Sonntag, 30. Januar 2022
Sammeln und Vorbereiten ab 10 Uhr | Performance zwischen 11 und 12 Uhr
PM auch hier: https://stadtimpuls.org/ClimateJustice/
Ticker & Live-Stream: https://twitter.com/Climate4Justice
Weitere Hintergrund-Informationen: https://autobahn.siehe.website

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